Eine Frage, die mich speziell bei den Futterberatungen immer wieder beschäftigt ist die Frage nach dem Preis. Wie oft höre ich Sätze wie ‚Wir möchten unseren Hund/unsere Katze gut ernähren – aber günstig muss es schon sein‘. Und das stellt viele vor ein großes Rätsel. Ist das eine grundsätzliche Unvereinbarkeit? Steht teuer automatisch für ein gutes Futter?

Nunja, grundsätzlich muss man ja erst einmal wissen, was für den Einzelnen ‚teuer‘ und ‚günstig‘ ist, allein das ist ja schon recht unterschiedlich. Sicher kostet ein großer Hund im Futter grundsätzlich mehr, als ein kleiner Hund und ein aktiver Hund ist teurer als ein Senior. Darin sind wir uns wohl alle einig. Das ist aber nicht Kern der Sache.

In meinen Beratungen höre ich immer wieder, bei Futter X zahle ich Betrag Y für Z kg Futter. Das ist ja auch die simpelste Wahrnehmung. Das ist aber nicht der richtige Rechenweg. Denn was bringt es mir, zu wissen, dass 10 kg Futter mich 20 € kosten, wenn ich nicht weiß, wie viel ich davon meinem Hund füttern muss, sprich wie lange mein Tier mit den 10 kg Futter auskommt. Hier führt kein Weg an der Fütterungsempfehlung vorbei.

Die Fütterungsempfehlung ist auf jeder Verpackung anzugeben, sie ist ein Richtwert, nach welcher ein Tier mit einer bestimmten Größe eine festgelegte Menge an Vitaminen, Mineralien und Kohlenhydrate zugeführt bekommen muss. Wenn nun die Rohstoffe eines Futter (entweder schon grundsätzlich oder durch den Herstellungsprozess) verminderte Qualität aufweisen, muss die Fütterungsmenge höher angegeben werden, damit man auf die Richtwerte kommt. So erklärt sich, dass man nahezu bei jeder Futtersorte eine andere Fütterungsangabe hat.

Ich hatte mal ein Feuchtfutter hier, davon sollte ein 12 Kilo schwerer Hund als gesamte Tagesmenge 1,5 kg bekommen. Das wären über 10% seines Eigengewichtes gewesen. Umgerechnet auf den Tagespreis wären das bei diesem Futter etwa 1 € gewesen. Mal ganz davon abgesehen, dass ein Hund normalerweise so eine große Futtermenge nicht bewältigt, würde er auch ziemlich schnell sehr dick werden und evtl. an Folgeerkrankungen leiden. Die wiederum müssten dann beim Tierarzt eventuell mit teuren Medikamenten behandelt werden. Aber hey, immerhin ist das Futter billig.

Ich vertrete ein Futter, bei dem die Feuchtfuttervariante bei 1,27 € liegt – gut das ist ein Unterschied, aber auch hier gibt es Möglichkeiten. Ich könnte z.B. meinen Hund auf Trockenfutter umstellen. Trockenfutter ist zwar grundsätzlich nicht das Mittel der Wahl aber lieber habe ich ein anständiges Trockenfutter als ein schlechtes Feuchtfutter. Kostenpunkt eines inhaltlich sehr guten Trockenfutters für den 12 kg Hund: 0,48 €/Tag (Fütterungsmenge 150g tgl.) Zusätzlich erspare ich mir Folgekosten beim Tierarzt und für den Diät-Coach.

Tja…was ist nun günstiger? Alles eine Frage der Sichtweise…

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